Thomas Kasper
„Ich möchte die Kreislaufwirtschaft verbessern“
Was ist Deine persönliche Motivation, etwas zu tun?
Meine persönliche Motivation, etwas zu tun, geht sicherlich zurück auf mein Studium der Kulturtechniken. Da ging es um Stoffkreisläufe und um Kreislaufwirtschaft. Das prägt. Erst beim Abbruch sieht man, wie viel Material in einem Gebäude eigentlich gefährlicher Abfall ist.
Was nimmst Du dir konkret vor - im Rahmen der eigenen Tätigkeit - um Klimaneutralität anzustreben?
Ich arbeite seit 33 Jahren beim Österreichischen Baustoffrecyclingverband und in der Porr bin ich zuständig für Abfallmanagement. Da habe ich auch eine zentrale Rolle in der Strategie und Umsetzung, um Verbesserungen in Richtung Kreislaufwirtschaft zu bewirken. Sobald man erkennt, dass ein Material gefährliche Stoffe enthält, muss man sich überlegen, wie man das aufbereiten und entsorgen kann, man muss die Baustoffhersteller darauf aufmerksam machen und gemeinsam mit den Planern überlegen, wie man Gebäude gestalten kann, die ohne diese gefährlichen Stoffe auskommen.
Wie willst Du das konkret umsetzen?
Ein konkretes Beispiel ist der Umgang mit Gipskarton. Wir wissen schon seit vielen Jahren, dass man Gipskarton wiederverwenden kann. Der Abbruch und die Aufbereitung sind zwar mit einem höheren Aufwand verbunden, aber die Technologie dafür gibt es bereits. Doch solange die Deponien so billig sind, macht das keiner. Wir haben erst einmal die Rahmenbedingungen, die Deponieverordnung, angepasst. Die Anlagen für das Gipskartonrecycling werden wir bis 2025 stehen.