Renate Hammer

Renate Hammer

„Ich möchte zeigen, dass ein Systemwechsel möglich ist“

Warum engagierst Du dich für Habitat 2030?

Weil die Baukultur, wie wir sie heute leben, noch immer nicht klimaneutral ist, obwohl sie das längst schon sein müsste. Hinzu kommt, dass wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten immense Biodiversitätsverluste verzeichnen und die planetaren Belastungsgrenzen bei Weitem überschritten haben. Das heißt: Die Biodiversitätsverluste sind so groß, dass die Konsequenzen nicht mehr rückgängig zu machen sind. Das Gleiche gilt für die Überdüngung und Versauerung von Böden und Gewässern. Während die Klimawandel-Problematik angekommen zu sein scheint, herrscht in diesen Bereichen – teils auch unter Fachleuten – noch viel zu wenig Bewusstsein. Ich möchte beitragen, das zu ändern.

Warum sind diese Themen so wichtig?

Weil durch Klimawandel und Artenverlust unsere Lebensgrundlagen auf dem Spiel stehen, beispielsweise die Ernährungssicherheit. Ich finde es erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit wir vor diesem Hintergrund immer noch Flächen versiegeln, Böden vernichten und Lebensräume zerstören. Uns bleibt kaum noch Zeit, die Dinge zum Positiven zu wenden. Gelingen kann das nur durch direkte, intensive und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Bis 2030 wird sich viel ändern, muss sich viel ändern!

Werden wir diese Ziele bis 2030 wirklich erreichen?

Das ist eine harte Frage. Ganz ehrlich? Nein, einen breiten Systemwechsel werden wir bis 2030 nicht schaffen, aber wir können im Rahmen des Possibilismus aufzeigen, dass ein Systemwechsel möglich ist.

Wofür wirst Du dich persönlich besonders stark machen?

Ich werde mich nach wie vor für Bodenschutz, Biodiversität und Klimaneutralität einsetzten. Dabei sind Themen wie Artenschutz oder Ernährungssicherheit nicht innerhalb von Ländergrenzen bewältigbar, sie benötigen übergeordnete Kompetenz auf Bundes- und Europaebene. Und ich möchte mich dafür stark machen, dass die entscheidenden Themen integriert behandelt werden. Vor allem in einem so wirkmächtigen Bereich wie dem Bauen braucht es Projekte, die Klimaschutz und Biodiversitätserhalt gleichwertig ansprechen und mit Forschungs- und Entwicklungsgeld unterstützt werden.