Markus Zilker
„Gemeinsam können wir etwas schaffen, das größer ist als wir selbst“
Was ist Deine persönliche Motivation, etwas zu tun?
Als mir bewusst wurde, dass unsere jüngste Tochter das Jahr 2100 erleben wird und damit für sie diese abstrakten Szenarien, das Ende all dieser Kurven, die wir immer zeichnen, zur Lebensrealität werden wird, wurde mir die Dringlichkeit unseres Handelns deutlich. Es reicht nicht mehr, nur darüber nachzudenken, sondern wir müssen das Ganze radikal angehen.
Was nimmst Du dir konkret vor - im Rahmen der eigenen Tätigkeit - um Klimaneutralität anzustreben?
Als Büro wollen wir in drei Bereichen aktiv sein: unser Tun auf die Transformation des Bestandes umlenken. Wenn wir doch noch neu bauen, wollen wir darauf achten, klimaneutral zu bauen. Das dritte geht über unser konkretes Tun als Büro hinaus. Wir wollen Räume schaffen, in denen ein größeres Kollektiv ein gemeinsames Bewusstsein für die Dringlichkeit des Handelns entwickeln und konkrete Strategien und Schritte setzen kann.
Wie willst Du das konkret umsetzen?
Zum Beispiel durch die Zukunftswerkstatt, die letzten Herbst stattgefunden hat. Wenn es einer Gruppe von Menschen gelingt, eine gemeinsame Vision partizipativ zu entwickeln und zu formulieren, also eine Kultur zu etablieren, in der man einander zuhört und versucht, einander zu verstehen, dann kann etwas entstehen, was weit über unsere individuellen Wirkungskreise hinausgeht. Pathetisch könnte man sagen, dann können wir etwas schaffen, das größer ist als wir selbst. Etwas, was wir vorher nicht für möglich gehalten haben. Dafür fühle ich mich ein stückweit zuständig.