Laurenz Berger

Laurenz Berger

„Durch Bestandssanierung wollen wir die ökosoziale Transformation erreichen“

Was ist Deine persönliche Motivation, etwas zu tun?

Mit unserem Büro wollen wir einen kleinen Beitrag leisten, um die schlimmsten Konsequenzen der Klimakrise zu verhindern. Da sehen wir uns doppelt in der Verantwortung: als Architekt*innen, weil der Gebäudesektor ungefähr 40% der Treibhausgasemissionen in Österreich und weltweit verursacht, und als Menschen des globalen Nordens, weil die Emissionen sehr ungleich verteilt sind. Die reichsten 10% der Weltbevölkerung verantworten ja 50% der weltweiten Emissionen.

Was nimmst Du Dir im Rahmen der eigenen Tätigkeit konkret vor, um Klimaneutralität anzustreben?

Das Ziel ist, uns als Architekturbüro PROJEKT auf die Sanierung zu spezialisieren.  Wir sehen in der Sanierung eine wichtige Chance, nicht nur Emissionen zu senken, sondern den Bestand gesamtheitlich zu verbessern - eine "ökosoziale Transformation". Der Grundgedanke dabei ist, die Klimakrise einzudämmen, Klimaresilienz zu stärken und zugleich soziale Inklusion zu fördern. Es geht uns um die gleichberechtigte Teilhabe von allen Gruppen in der Gesellschaft.

Wie willst Du das konkret umsetzen?

Für eine solche ökosoziale Transformation haben wir ein Gesamtkonzept entwickelt, das im Mai 2024 unter dem Titel "Zukunft Bestand" als Buch erscheint. Darin zeigen wir anhand von Fallbeispielen die projektierte Anwendung von 20 konkreten, skalierbaren und replizierbaren Maßnahmen. Das Buch ist als Vorlage für die tatsächliche Umsetzung unseres Sanierungskonzepts im Rahmen eines Pilotprojekts konzipiert, auf die wir nun hinarbeiten.